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Sonntag, 16. März

Gefühlte Endlosfahrt von Berlin über Stuttgart nach Vipava. In Stuttgart holen wir Knuds neuen Drachen ab (Willswing T2), der komplett weiß mit nur einem Flug wahrlich jungfräulich und unschuldig da steht. Der Vorbesitzer gibt auf dem  Rasen vorm Haus eine Einweisung ins (ganz wichtig: DRECKFREIE) Auf- und Abbauen des Drachens. Thomas und ich schmieden derweil Pläne, den Drachen mit Edding zu gestalten und denken uns Spitznamen aus. Letztendlich verwerfen wir „Friedenstaube“ und einigen uns auf „Einhorn“ :) Vom Rest der Fahrt hab ich nicht viel mitbekommen, denn ich hab im Grippe-Koma auf der Rückbank gelegen.

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Montag, 17. März

Früh halb 5 sind wir in Mance in unserer Pension angekommen, die wir schon von den Vorjahren kannten. Selbst der unkaputtbare Knud brauchte dann ein paar Stunden Schlaf.

Gegen Mittag sind wir dann aber schon wieder los, weil die Sonne schien und die Vögel zwitschern und überhaupt: hier ist ja totaaal Frühling und alles blüht und wie schön kann doch das Leben sein. Und was tut man an so einem Tag? Man stürzt sich vom Berg!

Wir also rauf auf den Kovk und so plusminus 2 h geflogen. Knud mag seinen neuen Drachen, Thomas und ich mögen unsere „alten“ Drachen und alle haben wir ziemlich viel Spaß in der Luft. Knud hat die Stabilität seines rechten Steuerbügels getestet und für nicht gut genug befunden. Die Autorückholaktion dauert leider so lange, dass wir erst im Dunkeln wieder zu hause ankommen – zeitgleich mit Katharina und Andy Beeker. Damit ist Team Berlin komplett :)

 

 

Dienstag, 18. März

(Knud is am besten geflogen und wird deshalb hier den Bericht schreiben…)

 

Mittwoch, 19. März

1. Wettkampftag.
Start am Kovk, die Flachlandratten rotten sich in der hintersten Ecke zusammen…

 

Task 1: ca. 82km Richtung Antennen/Podnanos, dann rüber zum Lijak Richtung Nova Gorica usw…. Aufgabe hat eh keiner geschafft, deswegen keine weitere Beschreibung hier,Start 13 Uhr.

Die Piloten hauen sich einer nach dem anderen zügig raus und dümpeln in niedriger Höhe überm Grat herum. Wir Berliner zögern noch, weil wir weder im dichten Pulk noch bei schwachen Bedingungen fliegen wollen. Thomas und Knud entschließen sich dann aber doch, zu starten, wir Mädels hauen uns zum Schluss raus. In dem Moment kommt der Führungspulk von der ersten Wende zurück und es wird wieder voll am Hausberg. Ich finde bald einen schönen Bart, in dem ich mich flugs nach oben schraube. Höre später von Knud und Thomas, dass ich durch meine engen Kreise die anderen aus Versehen aus der Thermik geboxt habe. Ohje, da muss ich noch mehr üben, flach im Pulk zu kreisen. Bei 1300 m flieg ich ab nach Westen und gleite einem Geier hinterher, der eine ganz gute Linie gewählt hat. Auf der anderen Seite geht es am Anfang noch ganz gut, bin auch mit genug Höhe angekommen, aber der Auftrieb ist an dieser Wand eher rar. Komme schnell unter Grat und hangel mich noch zur ersten Wende. Auf dem Rückweg muss ich landen und fliege so nah wie möglich an Andreas Beeker heran, dessen Drachen ich auf der Wiese erkannt hab. Bin etwas enttäuscht, dass ich nicht defensiver geflogen bin (also immer mit Maximal-Höhe), aber fröhlich, weil ich dennoch eine Stunde in der Luft war und gut gelandet bin. Als ich mit dem Zusammenpacken fertig bin, huscht schon der Rückholbus um die Ecke. Leider hat man heute einige frustrierte Gesichter gesehen, da der Tag nicht so ganz hielt, was er versprochen hat. Tagesgewinner ist Oleg Bondarchuk (UKR) mit 33km. Wer detaillierte Ergebnisse wissen möchte, findet diese hier: http://hg.sffa.org/aeros_wr/?year=2014.

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 Donnerstag 20. März

2. Wettbewerbstag

Das Wetter sieht bei anfänglicher Morgeneuphorie doch eher nach einem kleinen Task aus. Wind SüdWest mit stabiler Wetterlage. Letztendlich kommt alles anders. Die Höhen sind für den Race nicht schlecht. Manche erledigen die Aufgabe mit durchschnittlich 1000m Höhe, andere drehen tatsächlich auf 1800 auf und gehen dann auf “Reise”. (Wie sie das gemacht haben ist mir ein Rätsel). Der Task wird mit 62 km angesetzt. Einmal Richtung Westen bis hinter den Flugplatz, dann zu den Antennen, über das Tal zurück Richtung Westen entlang der Ridge zum 3. Wendepunkt und dann queren nach Süden zur vorgelagerten kleinen Bergkette und ins Goal. Die Profis reiten das ganze in weniger als einer Stunde ab. Wir Flachlandflieger brauchen zwar ein wenig länger, sind aber beharrlich. Caroline, Knud, Thomas und ich treffen uns öfter mal auf dem Weg und zeigen uns die Bärte. Vor allem der letzte mit Blick auf die 4. Wende lässt uns zu der späten Stunde alles rausholen. 1350 m. Mehr scheinen nicht drin zu sein. Wir wählen unterschiedliche Routen für die Endstrecke. Letztendlich liegen unsere Landewiesen gar nicht so weit voneninander. Knud verpasst den 4. Wendepunkt knapp, weil sein GPS den Geist aufgibt, schafft es aber zum Landeplatz, Thomas und Caroline nehmen gemeinsam eine üppige Wiese, ich such mir ein holpriges Feld aus, was als einziges für mich noch nach dem Wendepunkt erreichbar ist. Welch ein Glück, dass ich mit 2m im Goalradius stehe. Geflogen sind wir Flachlandflieger heute alle prima.

Gewinner des Tages und am schnellsten ist Joseph Salvenmoser (AUT) mit 52 Minuten, dicht gefolgt von Roland Wöhrle (GER) und Vanni Accattoli (ITA). Insgesamt kommen 27 Piloten ins Ziel. Beachtlich ob der Wetterprognose.

(Katharina)

Freitag, 21. März

3. Wettkampftag

Die Sonne scheint, es ist morgens wieder etwas diesiger aber heute sind sich alle sicher, dass sie noch mal so richtig angreifen werden. Pustekuchen. Es „pustet“ am Start so sehr, dass sich einige Piloten dagegen entscheiden zu starten. Der Task ist eine Endloskombination aus Predmeja (Ridge-Ende nordwestlich des Startplatzes), Podnanos (Antennen) und Goce (im Tal vorgelagertes Dorf) und weil wegen bedenklicher Lee-Situation die Radien der Wendepunkte nochmals geändert werden, lernen alle heute ausführlich, ihr GPS zu programmieren. Insgesamt sind 112 km heute zu bewältigen. Am Himmel stehen Bilderbuch-Lentis und nachdem wir Hasenfüße aus Berlin einige wackelige Starts gesehen haben und ein Pilot sich bei einem Fehlstart Kielrohr und Segel zerlegt hat ist die Entscheidung gefallen und wir bauen ab. Nicht gerade die leichteste Entscheidung, vor allem wenn man unten am Landeplatz die fröhlichen Ins-Ziel-Flieger trifft. Offensichtlich war es heute „smooth“ in der Luft und die meisten sind wieder mal nur geradeaus geflogen. Gewonnen hat den Tag Tom Weissenberger (AUT) und damit ist er auch Sieger in der Gesamtwertung, gefolgt von Oleg Bondarchuk (UKR) und Joseph Salvenmoser (AUT). Bester Pilot aus Deutschland ist Roland Wöhrle (GER) auf dem 4. Platz.