Als leichte Pilotin, noch dazu mit einem Turmdrachen hinter dem Trike, kommt man beim Schlepp schnell ins Schwitzen und manches mal in schwierige Flugzustände. Der Drachen lässt sich einfach nicht stärker Beschleunigen. Das “normale” Schlepp-Trike fliegt minimal 65 km/h, eher durchschnittlich 70 km/h. Da sind die Geschwindigkeitsgrenzen eines Turmdrachen bei leichtgewichtigen Piloten schnell erreicht. Der Kraftaufwand ist immens und die Kräfte lassen schnell nach. Der Drachen übersteigt das Trike obwohl die Basis auf Anschlag gezogen ist. Auch Beine anwinkeln und der Versuch einer Gewichtsverlagerung bringen in thermisch turbulenter Luft nicht genug. Die Folge: Ausklinkhöhen von 300 bis unter 500 m, Sollbruchstellen, zittrige Arme, die nur noch einen Abgleiter ermöglichen und das Gefühl den Drachen nicht zu beherrschen. Das macht einfach keinen Spaß. Die Schlepphilfe kann hier sinnvoll “Linderung” bringen, unterstützt sie doch den leichten Piloten ideal.

Wie funktioniert das mit der Schlepphilfe?

Für den UL-Schlepp mit Schlepphilfe benötigt man zusätzlich ein Schlepphilfeseil und einen ca. Ø 50 mm Metallring. Das Schlepphilfeseil ist an der Brustklinke befestigt. Von dort läuft es durch den Metallring der am Schleppseilende angebracht ist, bis hin zur Hauptauslösevorrichtung. Diese ist mittels Schlaufe direkt am Kielrohr angebracht.

Vorteil: Damit wird nicht nur der Pilot gezogen, sondern auch der Hängegleiter. Der Pilot kann so beim “Schnellermachen” des Drachen unterstützt werden. Die Basis muss weniger stark gezogen werden und der Drachen wird zusätzlich richtungsstabiler.

Über den Auslösehebel oder auch Klinkhebel (Fahrradbremse) wird die Hauptauslösevorrichtung geöffnet (vor dem Start immer eine Probeklinkung durchführen!) Achtung! Nur im Notfall soll die Brustklinke betätigt werden. Kommt es zu einer Verhängung des Schlepphilfeseils am Metallring  bei glöster Brustklinke, wird der Drachen nach unten gezogen, da der Zug nur noch an der Hauptauslösevorricht wirkt. Außerdem hängt nun ein 5 m langes Seil quasi am Kielrohr und behindert Flug und Landung.

Nachteile, die man als leichte Pilotin aber in Kauf nehmen kann:
Hab ich in der Thermik geklinkt, heißt es schnell einkreisen und den Bart ausreizen. Das Schlepphilfeseil baumelt hinter mir her. Erst wenn ich gut aufgedreht habe und Ruhe finde, kann ich es einziehen. Mit Handschuhen und bei 5 m Länge manchmal ein Kunststück. Und jetzt wohin damit? Am einfachsten stopf ich es mir vorne in das Gurtzeug suboptimal, aber so geht`s am schnellsten. Achtung! Unbedingt vor der Landung einholen, damit es keine Verhänger an Sträuchen etc. gibt. Einen weiteren Nachteil über den man sich bewusst sein sollte ist der verzögerte Ausklinkvorgang. In kritischen Situationen klinke ich deshalb sehr viel eher um die Kontrolle zu behalten.

Die Befestigung am Drachen ist manchmal schwierig ...
Beim Einfachsegel kein Problem. Das Kielrohr liegt frei und die Hauptauslösung kann flexibel je nach Bedarf in Abstand zur Aufhängung verschoben werden. Der Zug und damit die Geschwindigkeitwird größer. Drachen mit Doppelsegel lassen meist nur eine beschränkte Anbringung zu. Das Doppelsegel bedeckt fast vollständig das Kielrohr bis zur Aufhängung. Es bleiben ca. 15-20 cm des Kielrohrs frei an dem die Hauptauslösevorrichtung befestigt werden kann. Der Reisverschluss des Segels kann durchaus bis zu 20 cm offen gelassen werden, mehr sollte es aber nicht sein.

Wo kauft man die Schlepphilfe?
Die meisten Drachenflugschulen bieten diese an. Natürlich kann man sie auch direkt beim Deutschen Hersteller anfragen (Rudi Aumer DFS Kelheim)

Kosten: ca. 149,-€