Drachenflieger Greifenburg

Die meisten haben sich, wie wir Berliner, schon am Freitag auf den Weg gemacht um den Samstag zum Einfliegen zu nutzen. Jedenfalls war das für uns “Greifenburgneulinge, Knud und mich der Plan. Das Wetter sah prima aus: Basishöhe 3500 m, Wind Süd West, Windstärke tendierte je nach Flugwetterbericht von mäßig zu kräftig bis stark, Frostgrenze 2800 m. In der Luft wurde es unerwartet heftig. Bockige Thermik macht meinen Flug zum “Kampftag”. 8m/s Steigen, 8 m/s Sinken und das rapide. Nach 2,5 Stunden war ich fertig. “Ich will nur noch zurück und runter”, auch wenn der phantastische Blick über schneebedeckte Gebirgsketten lockt. Aber das ganze Tal trägt. Egal wie weit ich hinaus fliege. Das Vario piept. Stellen wo`s nach meiner Flachlanderfahrung garantiert säuft, tragen. Das ich noch anständig mit zitternden Armen land ist zwar Genugtuung, macht aber nachdenklich…

Sonntag, 29.04. – Task auf 4 Rädern

Südföhn: Schnell sind die ersten Lentikulari zu sehen und mit Höhenwinden bis zu 5o Knoten ist das Canceln des Tasks selbstverständlich. Eine gute Gelegenheit sich mit dem Fluggebiet vertraut zu machen. Geplant ist ein FAI Dreieck auf 4 Rädern: Lesachtal, Hochpustertal und Drautal. Für das Lesachtal brauchen wir lang: Kloster Maria Luggau, die alte Wassermühle und eine Einkehr beim Backwirt, da bleibt für den 2. und 3. Schenkel nicht mehr viel Zeit. Angekommen im Goal sehen wir Gleitschirme in der Luft. Das Ohrenanlegen, Abspiralen und die turbulenten Landungen zeigen, das Dreieck am Boden war für uns die richtige Entscheidung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag, 30.04. – Auf und Ab

geht`s oder geht`s nicht – Die Frage hing wie ein Damoklesschwert über uns. Briefing 12.00, 13.00 Uhr. Dann der erlösende Task über den man sich wenigstens 5 Minuten freuen konnte. “Task ist gecancelt”. Das Wetter gibt`s einfach nicht her. Ein paar gleiten ab, ein paar erbasteln sich  Flugminuten sogar -stunden, einige bauen ab und manche sitzen den Schauer aus um wenigstens noch einmal in die Luft zu kommen.

1. Mai – 1. Task  (Dienstag)

Das Wetter sieht pasabel aus. Zwar sind schon wieder graue Wolken im Anmarsch aber der Wind passt SüdWest später West, 16 Knoten, Basishöhe 3100m. 11.00 Uhr kurze Liga-Besprechung und “auslosen” wer mit wem. 5 er Gruppen von denen jeweils die 3 besten Flüge gewertet werden. 11.30 Uhr Briefing. Der Task wird mit 50 km für Turmdrachen und 77 km für Flexible und Starre festgelegt. Erscheint nicht groß, aber in der Luft wird klar warum. Recht schnell kommt es zu Abschattungen. Wer wie ich beim Aufbau trödelt hat das Nachsehen, im wahrsten Sinne. Da hat alles Zähnezusammenbeißen nichts genützt. Recht schnell steh ich am Landeplatz und schau den anderen zu. Mit Abschattungen und Regentropfen haben beim Flug alle zu kämpfen. Die meisten schaffen es hinter die 1. oder die 2. Wende. Am Ende schaffen es 5 Starre (1. Tim Grabowski) und 3 Flexis ins Ziel. Am Abend gibt`s noch das Liganachbesprechen. Da wird per Beamer und “live”-Nachflug nichts geschönt: Da hat`s dich versetzt oder hier hast du die Thermik links liegen gelassen. Natürlichgibt`s auch Aufbauendes. Lehrreich war`s auf alle Fälle. Davon bitte mehr!

Der 2. Task (Mittwoch)

Briefing 11. Uhr. Diesmal steh ich früh am Platz und Startposition (Das Lehrgeld für zu spät starten möchte ich nicht noch einmal zahlen). Es gibt 3 Startgates und dem Wetter entsprechend keine so große Aufgabe. Für die Turmdrachen 40,2 km. Die Flexis und Starren dürfen sich auf  64 km freuen. Aber alles in Drautalnähe. Wendepunkt Höferalm (Die Turmdrachen können schon hinterm Knoten wenden), Gerlamosalm weiter nach Irschen Kirche und Greifenburg. Die Turmlosen und Starren nehmen noch einen Abstecher an die Südkante Weißensee. Für uns Turmdrachen doch nicht so easy wie gedacht. Reiner Theis und Caroline schaffen es auf 27 km, ich und Knud folgen nah. Die Turmlosen und Starren meistern das ganze scheints entspannt. Jedenfalls kommen 5 Flexis (1. Joerg Bajewski, 2. Matjaz Klemencic und 3. Stefan Boller) und 7 Starre (1. Tim Grabowski, 2. Dieter Kamml, 3. Dieter Müglich) ins Ziel. Ein schöner Flugtag, wenn auch für mich mit kleinen Eintrübungen: Steuerbügellanden oder Landen und Steuerbügel und Schrauben).

Sonne – Schauer – Gewitter – “Taskcancelkreuz” – Der 3. Task (Donnerstag)

Wind Südost, 14 Knoten, Nachnittags Schauer möglich. Wir starten 12.00 Uhr.  13.00 Uhr Startrace. Am Anfang geht`s perfekt. Basishöhe 3000m. Das Warten kostet manchen Höhenmeter. Ich grabe mich ein weiteres mal etwas über Starthöhe aus und zieh Richtung Höferalm. Bockige Lee-Thermik unterhalb des Scharnik und der Mokarspitze. Das kostet meine Kraft und Konzentration. Richtung 2. Wendepunkt zur Radlbergeralm tropft es vereinzelt. Ich geh landen und bau meinen Drachen im strömenden Regen ab. Gurtzeug, Drachen, alles klatschnass. Einige Starre und Turmlose haben die letzten Sonnenlöscher geschafft und reißen erstaunliche Strecken. Entweder mutig direkt über die Kreuzeckgruppe zum Mölltal oder die Route zur  Radlbergeralm über das Mölltal zur Schoberboden-Bahnstation und dann Goldeck. Dem Regen kann keiner entgehen. Das “Taskcancelkreuz” liegt am Landeplatz. Da gibt`s schon enttäuschte Gesichter wenn die Kilometer nicht mehr zählen. Trotzdem es war toll! Und immerhin schon der 4. Flugtag.

 

 

 

4. Task (Freitag)

Ein Déjà-vu zum Montag – 11.00 Uhr Briefing, 12.00 Uhr Briefing, 13.00 Uhr… Das Wolkenbild ist zwiespältig, Piloten, Pilotensprecher und Wettkampfleiter sind es auch. Letztendlich fällt die Entscheidung zum Abbruch und in Hinblick auf die weitere Wettertendenz zum Ende des Wettbewerbs. Fast alle nutzen die letzte Flugmöglichkeit, kämpfen im Tal aber mit den ersten Tropfen und auffrischendem Wind. Ich bau ab, den Drachen kurz, dann das Zelt und auf geht`s Richtung Heimat, die ja mindestens 10 Stunden entfernt liegt.

Eine schöne Woche war`s. Super organisiert vom HLB – Hessischer Luftsportbund e. V. (Sportfachgruppe Hängegleiten/Gleitsegel) Großen Dank und Respekt für die unangestrengt wirkenden, aber wohl nicht einfachen Entscheidungen! Hessen ist in Greifenburg –  Ganz klar einmal im Jahr.

Ergebnisse unter: www.hlb-gleitfliegen.de