Foto: Michaela Karasova

Rechneten wir in Altes Lager mit 35 bis 40 Piloten standen am Montag früh 51 Drachenflieger am Start. Aber nicht nur das. Erstmals traten in Altes Lager vier Pilotinnen zum Wettkampf an, waren die Nationen bunt gemischt: Finnen, Holländer, Österreicher, Deutsche und prägten erstaunlich viele Starre das Starterfeld. Da war gute Organisation gefragt und die Helfer hatten mit Seile auslegen, Startwagen zurückholen und Pilotenbetreuung alle Hände voll zu tun, aber nach 1,5 Stunden war auch der letzte Pilot in der Luft. Egal ob Wettkampf- oder Freizeitflieger, zu kämpfen hatten bei zerrissener und bockiger Thermik alle. Am Dienstag, den ersten fliegbaren Tag, spülte es so manchen Piloten am Wendepunkt Baruth wieder vom Himmel. Mit üppigen Landewiesen des Flämings und entspannten Bauern wurden vorzeitige Landungen aber gelassen hingenommen. Allein Peter Friedemann und Jochen Zeyher mit ihren Starren schafften es nach Umfliegen des 2. Wendepunkts in Niemegk zurück an unseren Platz. Mit 118 km Dreieck und rund 1100 m Basishöhe eine mutige Aufgabe der Pilotenvertreter, die auch am nächsten Tag wieder anspruchsvoll ins Rennen gingen. Der Mittwoch früh versprach bei guter Thermik, 1700m Basishöhe und 20 er Wind einen 96,1 km Zielflug nach Stölln. Aber das Flachland trumpft gern mit Überraschungen auf. Wurde am Platz mühsam auf 800-1000 m aufgedreht und fast schon mit dem Mut der Verzweiflung losgeflogen, konnte sich weiter nördlich das Mittelfeld der Piloten nach zähem Ringen in Höhen von 1400 m schrauben und weite Strecken erfliegen. Einige strandeten am ersten Wendepunkt in Dittmannsdorf, andere schafften es bis zu den Feuchtgebieten Brandenburgs, 30-15 km vorm Ziel, die nach der langen Regenperiode jede Thermik schluckten. Immerhin 4 Starrflügel-Piloten landeten auf dem ältesten Segelflugplatz, an dem auch Otto Lilienthal schon flog. Nach den im wahrsten Sinne kräftezehrenden Wettkampftagen war das Bergfest doppelt willkommen. Bei geräucherten Schwein, Freibier und rustikalem Flair wurde das Zusammensein genossen. Auch wenn letztendlich wetterbedingt nur 2 Tasks möglich waren, die Stimmung dies Jahr war besonders. Lag`s an der Vielzahl der Piloten, der familiären Atmosphäre des Alten Lagers, den thermischen Möglichkeiten im Flachland oder der Freude nach einem verregneten Juli endlich Fliegen zu können, wir haben uns jedenfalls nicht mit dem kleinen Zipfel zufrieden gegeben sondern den ganzen Arm genommen.

Starrflügler German Flatlands
1. Jochen Zeyher, Atos VR
2. Peter Friedemann, Atos VR
3. Helmut Wilms, Ghostbuster

Flexible German Flatlands
1. Hans Kiefinger, Combat 13
2. Bernd Otterpohl, Aeros Combat
3. Konrad Lüders, Combat L

Beste Pilotin German Flatlands
Virpi Nieminen, Atos VQ

Ostdeutsche Landesmeisterschaften Drachenfliegen
1. Konrad Lüders, Combat L
2. Uwe Krenz, Atos VX
3. Mike Füllgraebe, Atos VRQ

Norddeutsche Landesmeisterschaften Drachenfliegen
1. Helmut Wilms, Ghostbuster
2. Dirk Ripkens, Atos VR
3. Detlev Hoffmann, Atos VRQ

Alle Ergebnisse unter: www.dcb.org/wettbewerbe

Gefunden in der Märkischen Allgemeinen – Nachrichten für das Land Brandenburg: Drachenflieger im Wetterglück – 55 Teilnehmer in zwei Kategorien in Altes Lager am Start